Glanzing als geschichtliche Basis für Neustift Neustift am Walde ist vermutlich als Nachfolgesiedlung von Chlainzing ( Die am südwestlichen Abhang des Hackenberges gelegene Siedlung existierte vermutlich nur bis ins 14. Jahrhundert. Wassermangel dürfte die Bewohner zur Aufgabe gebracht haben.) gegründet worden. 1298 wird "Chlaitzing" zum ersten mal im den Urkunden erwähnt. In der Stiftsurkunde der Sieveringer-Kirche (1330) wurde Chlaitzing
nicht mehr angeführt, während die vier Gemeinden Ober- u. Untersievering,
Neustift, u. Salmannsdorf sich vereinigten, um die Kirche zu bauen.
Damals war also Chlaintzing nicht mehr als Ort vorhanden, anderseits
wird Neustift ("neugestifteter Ort / am Walde gelegen") erstmalig genannt. Als Flurname hat sich Glatzing
erhalten. Die Bewohner von Neustift waren Bauern, die im wesentlichen für den Eigenbedarf produzierten, für den Verkauf wurde Wein angebaut. Ähnlich wie die benachbarten Siedlungen wurde Neustift am Walde während der beiden Türkenbelagerungen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Eine besonders schlechte Weinernte während der Zeit der Kaiserin Maria Theresia
führte zu einem besonderem Brauch in Neustift. Nachdem die Kaiserin dem
Ort darauf die Steuern erließ, überbrachten die Winzer der Kaiserin
eine Heurigenkrone. Mit dem Auftrag am 16. August, dem Jahrestag des
Kirchenpatrons Rochus von Montpellier,
einen Kirtag abzuhalten kam die Krone nach Neustift zurück. 1713 wütete die
Pest in Neustift und noch im selben Jahr wurde als Gedenken von einem italienischen Kaufmann die Rochuskapelle gestiftet. Von den Schäden durch die französischen Truppen Anfang des 19. Jahrhunderts erholte sich Neustift nur schwer. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es jedoch durch den Tourismus/Sommerfrische zu einem Aufschwung im Ort. Die Häuser wurden mit Gästezimmern für wohlhabende Wiener ausgestattet, auch einige Gästehäuser entstanden. Neustift am Walde blieb jedoch ein beschaulicher Ort. 1870 mit 73 Häusern und 482 Einwohnern. Die Bedrohung durch den Krottenbach wurde schließlich 1908/09 durch Überbauung gebannt, nachdem der Bach 1907 Neustift zum letzten Mal überschwemmt hatte. Im Jahr 1892 wurde Neustift am Walde gemeinsam mit Salmannsdorf, Währing, Weinhaus, Gersthof und Pötzleinsdorf als Bezirk Währing zu Wien eingemeindet. 1938 schlug man die Dörfer von Neustift am Walde und Salmannsdorf aus verkehrstechnischer Perspektive dem 19. Bezirk (Döbling) zu. Der Neustifter Friedhof blieb jedoch Teil des Bezirks Währing. Salmannsdorf die rechtskräftige und förmliche Übergabe eines Gutes, vollziehen konnte. Das Klosterneuburger Salbuch, in dem alle Güterschenkungen und Zehente verzeichnet wurden, nennt Salmannsdorf erstmals 1280. Das Dorf zählte damals 51 Einwohner. 1330 wird es in der Stiftungsurkunde der Sieveringerkirche wieder erwähnt. Im Türkenjähr 1683 wurde Salmanndorf mit seinen 80 Häusern völlig zerstört, der langsame Aufbau bekam 1713 den nächsten Einschnitt, als von 118 Personen, 74 der Pest zum Opfer fielen. Nach der nächsten Verwüstung durch die französischen Truppen Anfang des 19. Jahrhunderts, machte Salmannsdorf ab diesem Zeitpunkt mit Neustift eine sehr parallele geschichtliche und touristische Entwicklung mit. 1890 - 94 Häuser und 312 Einwohner. Von 1892 bis 1938 gehörte Salmannsdorf ebenso wie Neustift zu Währing, ab 1938 nun endgültig zu Döbling. Mehr geschichtliche Informationen finden Sie unter: Neustift am Walde Salmannsdorf Döblinger Straßenamen |